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BAU 2027: So schaffen es eure Materialien und Bauprodukte vom Messestand ins Architekturbüro

Vom 11. bis 15. Januar 2027 trifft sich die Baubranche in München. Was Architekt:innen und Fachplaner:innen von eurem Stand mit ins Büro nehmen, könnt ihr bis dahin noch beeinflussen: mit der Einladung, am Stand und in der Nachbereitung.

Erstellt
17.10.26
Lesezeit
6 Minuten
Thema
Messe
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Große gelbe Buchstaben »BAU« in der Eingangshalle der Messe München, dahinter Besucher:innen an den Informationstheken und Schilder zur BAU.

Foto: Messe München GmbH

Auf einen Blick

  • Gebt Architekt:innen schon in der Einladung einen konkreten Grund, euren Stand zu besuchen.
  • Macht eure Produkte erlebbar: mit zugänglichen Mustern und Details zum Anfassen und Ausprobieren.
  • Bereitet euer Standteam darauf vor, zuzuhören, Planungsaufgaben zu verstehen und fachlich weiterzuhelfen.
  • Vereinbart im Gespräch den nächsten Schritt und liefert zugesagte Informationen oder Muster, sobald sie gebraucht werden.
Inhaltsverzeichnis
  1. Eure Einladung braucht einen Grund
  2. Am Stand zählt, was man in die Hand nehmen kann
  3. Euer Team fragt zuerst nach dem Projekt
  4. Was ihr versprecht, kommt in der ersten Woche an
  5. Wir sehen uns auf der BAU 2027
  6. Häufige Fragen

Fast zwei Drittel der Architekt:innen, die wir für unseren Praxis-Guide »Messe heute – Messe morgen« befragt haben, finden QR-Codes am Stand sinnvoller als gedruckte Broschüren und Flyer. Was passiert, wenn so ein Code nur auf eine allgemeine Startseite führt, beschreibt Piotr Misiewicz von de Winder Architekten:

»Auf der Messe nehme ich mir Zeit und schaue mir alles genau an, aber online? Wenn die Website nicht in einer Minute das liefert, was ich brauche, dann bin ich weg.«

Piotr Misiewicz, de Winder Architekten

So beschreiben es viele der Befragten. Am Stand nehmen sie sich Zeit, schauen genau hin und fassen an. Ob ein Produkt in ein Projekt kommt, entscheidet sich aber später im Büro, und dort zählt, was vom Messetag übrig ist: ein Muster, ein Link, der funktioniert, eine Zusage, die eingelöst wird.

Bis zur BAU 2027 vom 11. bis 15. Januar in München bleiben euch noch einige Wochen. Sie reichen, um dafür zu sorgen, dass Architekt:innen und Fachplaner:innen etwas von eurem Stand mit in ihre Projekte nehmen: eine Einladung, die einen Grund zum Kommen nennt, Bauprodukte, die man in die Hand nehmen darf, und eine Nachbereitung, die hält, was am Stand versprochen wurde.

Eure Einladung braucht einen Grund

Ihr plant eure Messeteilnahme lange im Voraus. Viele Planungsbüros entscheiden dagegen eher kurzfristig, ob sie nach München fahren und wer aus dem Team mitkommt. Eine gute Einladung hilft genau bei dieser Entscheidung, wie Christine Klug von der assmann gruppe erzählt:

»Zu wissen, was ein Hersteller auf der Messe plant und welche Zielgruppe er anspricht, hilft uns im Team bei der Besuchsplanung.«

Christine Klug, assmann gruppe

Dafür muss in der Einladung mehr stehen als Halle und Standnummer. Schreibt, was es bei euch zu sehen gibt und für wen sich der Weg lohnt: für das Entwurfsteam, für die Ausführungsplanung oder für die Kolleg:innen, die sich um Nachweise und Nachhaltigkeit kümmern. In unserer Umfrage legte mehr als die Hälfte der Befragten Wert auf Events, Produktvorführungen oder Fortbildungspunkte. Für das Messeteam oder Vorabeinblicke in den Stand interessierten sich dagegen weniger als sieben Prozent. Das Rendering eures Stands freut also vor allem euch selbst.

Auch der Zeitpunkt zählt. Wiebke Ahues von LXSY Architektur wünscht sich eine persönliche Einladung vier bis sechs Wochen vor der Messe, für die BAU 2027 also zwischen Ende November und Mitte Dezember. Weil danach Weihnachten und der Jahreswechsel kommen, sollte eure Einladung vor den Feiertagen verschickt sein. Im Januar reicht dann eine kurze Erinnerung an vereinbarte Termine.

Am Stand zählt, was man in die Hand nehmen kann

Lutz Hammer von RECKLI hat einen Satz gesagt, den man jedem Messeteam mitgeben möchte:

»Ich habe noch nie einen Architekten gesehen, der sich freiwillig 10 Minuten vor einen Bildschirm stellt, um ein Image-Video zu schauen.«

Lutz Hammer, RECKLI

Was Architekt:innen stattdessen wollen, zeigt unsere Umfrage deutlich: Mehr als neun von zehn Befragten halten haptische Erlebnisse und Produktmuster für wichtig oder sehr wichtig. Muster gehören deshalb nicht in Vitrinen, sondern in die Hände eurer Gäste. Wer Oberflächen vergleicht, ein Bauteil zerlegt oder eine Verbindung selbst ausprobiert, beschäftigt sich mit euren Bauprodukten, ohne dass ihr viel erklären müsst.

Rückbaustation am ARDEX-Stand auf dem Heinze Klimafestival: Eine Hand setzt einen Spachtel unter eine weiße Wandfliese und löst sie aus dem Kleberbett, die andere hält einen Gummihammer.
Selbst ausprobieren, wie sich Fliesen wieder lösen lassen: Für ARDEX haben wir auf dem Heinze Klimafestival eine Rückbaustation zum Teil des Standkonzepts gemacht. Foto: Laurenz G. Kienitz

Auch Bauprodukte, die sich schlecht anfassen lassen, haben eine Chance. Für Hersteller von Klebstoffen, Bitumen oder Aluminium schlägt unser Guide vor, das Produkt in seinen Einzelteilen zu zeigen oder die Rohstoffe in kleinen Fühlboxen zum Ertasten anzubieten.

Denkt dabei an den QR-Code vom Anfang: Jedes Muster braucht einen gut lesbaren Namen und einen QR-Code, der direkt zum Produkt führt.

Euer Team fragt zuerst nach dem Projekt

Anke Stern von ankestern interior formuliert die Erwartung an ein Standteam knapp:

»Ich bin Fachpublikum und erwarte, dass man über seine Produkte Bescheid weiß.«

Anke Stern, ankestern interior

Fachwissen allein reicht aber nicht, wenn das Gespräch mit »Kann ich Ihnen helfen?« beginnt. Besser ist eine Frage nach dem Projekt, an dem euer Gegenüber gerade arbeitet, und nach der Zeit, die es mitgebracht hat. Für ein erstes Gespräch reichen den Architekt:innen aus unserem Guide oft fünf bis zehn Minuten, und was ihr zeigt, sollte sich nach der Antwort richten.

Vier Personen im lockeren Gespräch auf einer Fachveranstaltung, eine Frau mit grünem Notizheft und ein Mann mit Brille und Teilnehmerausweis hören lächelnd zu.
Je besser euer Standteam die Planungsaufgabe versteht, desto besser kann es beraten. Gute Messegespräche beginnen mit Zuhören. Foto: Jens Ahner (DAT 2023)

Auch wie das Team am Stand steht, fällt auf. Christine Klug findet es unangenehm, wenn an einem Stand mehr Personal steht als Kundschaft, und Grüppchen aus Mitarbeitenden wirken weniger einladend als einzelne Kolleg:innen, die offen auf Gäste zugehen. Für OBO Bettermann haben wir die Vorbereitung auf die BAU 2025 mit einer fünfstündigen Remote-Schulung für 14 Personen aus Messe- und Vertriebsteam begleitet. Bei RECKLI geht das Team während der Messe jeden Tag durch, was gut lief und welche Fragen am häufigsten kamen.

Was ihr versprecht, kommt in der ersten Woche an

Jemand aus einem Innenarchitekturbüro schrieb in unserer Umfrage:

»Die letzten Male kam das Follow-up nach Überlassung meiner Visitenkarte sehr spät (>10 Tage). Ein schnelleres Follow-Up wäre wünschenswert.«

Teilnehmer:in unserer Umfrage, Innenarchitektur

Zehn Tage sind nach einer Messe schnell vergangen, zumal ihr meist länger in München seid als eure Gäste. Wer am Montag bei euch war, sitzt am Dienstag vielleicht schon wieder am Schreibtisch. Fragt deshalb im Gespräch, bis wann jemand Unterlagen oder Muster braucht, und klärt vor der Messe, wer im Büro solche Anfragen sofort bearbeitet. Was ihr zugesagt habt, sollte spätestens in der ersten Woche nach der Messe ankommen.

Bei allen anderen Kontakten zählt der Bezug zum Gespräch. Chris Middleton von Kinzo sagt dazu:

»Automatisierte Mails beachte ich persönlich gar nicht. Eine personalisierte Nachverfolgung kann jedoch sehr sinnvoll sein.«

Chris Middleton, Kinzo

Rund ein Viertel der Befragten wünscht sich gar keine Nachverfolgung und holt sich die Informationen lieber selbst, über QR-Codes oder die Website. Für sie ist eure Website die Nachbereitung, und damit sind wir wieder bei der einen Minute vom Anfang. Eine kurze, gut gemachte Mail mit echtem Inhalt würden wir trotzdem schicken. In unserem Guide weichen wir an dieser Stelle bewusst von vielen Befragten ab, weil auch kleine, unaufdringliche Berührungspunkte im Gedächtnis bleiben, wenn später eine Produktentscheidung ansteht. Mehr als die Hälfte wünscht sich außerdem eine Einladung zu weiteren Veranstaltungen, etwa einem Lunch & Learn im Büro.

Wir sehen uns auf der BAU 2027

Wir sind im Januar mit dem ganzen hej.build-Team auf der BAU 2027. Wenn ihr vorher noch an Einladung, Standteam oder Nachbereitung arbeiten wollt, sprecht uns an. Wie Architekt:innen Messen erleben, steht ausführlich in unserem Praxis-Guide »Messe heute – Messe morgen«. Für die Messe München haben wir außerdem den Report »100 Messe-Tipps« entwickelt.

Häufige Fragen zum Artikel

Wann und wo findet die BAU 2027 statt?

Die BAU 2027 findet vom 11. bis 15. Januar auf dem Messegelände München statt. Besucher:innen kommen von Montag bis Freitag jeweils von 9:30 bis 18 Uhr auf das Gelände, Aussteller von 7:30 bis 19 Uhr. Für ausstellende Bauprodukthersteller lohnt es sich, die Kommunikation frühzeitig vorzubereiten: Persönliche Einladungen sollten möglichst Anfang Dezember bei den Planungsbüros ankommen, bevor Weihnachten und der Jahreswechsel die Terminplanung unterbrechen.

Welche Leitthemen hat die BAU 2027?

Die BAU 2027 hat vier Leitthemen: Material und Ressource, Klimaschutz und Klimaanpassung, Lebensraum im Wandel sowie Digitalisierung und Produktivität. Passt eine eurer Neuheiten zu einem dieser Themen, sagt es in der Einladung. Das gibt Planungsbüros einen konkreten Grund, bei euch vorbeizuschauen.

Wie gewinnen wir Architekten und Planungsbüros für einen Standbesuch?

Gebt ihnen einen konkreten Anlass, der zu ihrer Arbeit passt. Das kann ein lösbarer Bauteilanschluss, ein Materialvergleich oder eine Beratung zu einer bestimmten Anwendung sein. Benennt in eurer Einladung, was am Stand zu sehen ist, für wen sich der Besuch lohnt und wie sich ein Termin vereinbaren lässt.

Was können wir noch verbessern, wenn der Messestand bereits geplant ist?

Schaut auf die Nutzung des Stands: Sind Muster zugänglich und eindeutig beschriftet? Lassen sich Anwendungen und Details nachvollziehen? Führen QR-Codes direkt zu hilfreichen Unterlagen? Auch mit einer klareren Produktpräsentation, gut vorbereiteten Ansprechpartnern und Platz für Gespräche könnt ihr den Besuch für Planungsbüros wertvoller machen.

Wie bereiten wir unser Standteam auf Gespräche mit Planern vor?

Übt typische Gesprächssituationen und klärt, wer welche Fachfragen beantworten kann. Das Team sollte den Projektbezug erkennen, passende Produkte zeigen und offene Fragen zuverlässig weitergeben können. Haltet auch fest, welche Aussagen zu Anwendungen, Nachweisen und Verfügbarkeit gesichert sind. Zur Vorbereitung gehört ein einfacher Ablauf, um Zusagen und nächste Schritte zu dokumentieren.

Wann und wie sollten wir Messekontakte nachbereiten?

Vereinbart bereits im Gespräch, welche Informationen oder Muster gebraucht werden und bis wann. Dringende Anfragen könnt ihr während der Messe an die Kollegen im Büro weitergeben. Die spätere Kontaktaufnahme sollte an das konkrete Gespräch anknüpfen. Wer selbst recherchieren möchte, braucht gut auffindbare Produktinformationen und einen eindeutigen Ansprechpartner.

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