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Unsere Top 11 Messestände auf der BAU 2025 aus Architekt:innen-Sicht

Auf einen Blick

  • Top 11 Messestände der BAU 2025 aus Architekt:innen-Sicht bewertet, darunter Tarkett, Agrob Buchtal, Formani, Object Carpet, Häfele, WIEHAG, Stora Enso, Lindner, Orama, Westag und mods.
  • Wiederverwenden statt wegwerfen: Wiederverwendung von Standbauten, Verzicht auf Bodenbeläge und zirkuläre Konzepte prägten viele Auftritte.
  • Klare Zielgruppenansprache war das dominierende Thema. Reduktion, Haptik, Referenzkommunikation und Raum für Dialog überzeugten mehr als aufwendige Inszenierungen.
  • Standpersonal als Erfolgsfaktor: Ohne geschulte Teams verliert selbst der beste Messestand an Wirkung. Die Vorbereitung auf die Zielgruppe ist das A und O.
Erstellt
23.01.25
Lesezeit
8 Minuten
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Minimalistischer Messestand von Westag mit freistehender Tür, abgehängten LED-Leuchten und geometrischen Display-Elementen auf der BAU 2025.
Inhaltsverzeichnis
  1. Tarkett: The Beauty of Circularity
  2. Agrob Buchtal: Road to Net Zero
  3. Formani: Galerie der Beschläge
  4. Object Carpet: Mehr Sein statt Schein
  5. Häfele: Gebaute Studie »Dynamic Living«
  6. WIEHAG: Reduktion mit Struktur
  7. Stora Enso: Großes im Kleinen zeigen
  8. Lindner: Ein Statement in Rot
  9. Orama: Scheinbar schwerelos
  10. Westag: Türöffner für Architekt:innen
  11. mods: Zurückhaltende Raffinesse
  12. Von Top 11 zu Top 14: Drei besondere Erwähnungen
  13. Fazit: Zielgruppenansprache im Fokus
  14. Häufige Fragen

Hier sind unsere Favoriten und die Gründe, warum diese Stände besonders positiv hervorgestochen sind:

Tarkett: The Beauty of Circularity

Tarkett Messestand mit weißer Stoffdeckeninstallation, runden Beratungstischen und cremefarbenen Lamellenwänden, präsentiert Bodenbelagslösungen auf der BAU 2025
Foto: Tarkett Holding GmbH
Kunstvoll drapierte Vinylbodenreste in Erdtönen, gestapelt vor einem 'Beauty of Cir'-Banner auf dem Tarkett Messestand der BAU 2025
Foto: Tarkett Holding GmbH

Das Motto des Messestands wurde hier konsequent umgesetzt. Gerollte Linoleumböden, die wie Skizzenpapier im Köcher standen und gefaltete Vinylbodenreste, aufgespießt und an ein Kunstobjekt erinnernd, setzten klare, ästhetische Akzente. Auf 400 Quadratmetern rückte Tarkett die zirkulären Bodenbelagskollektionen in den Mittelpunkt. Ein weiteres Highlight: das hauseigene Rücknahme- und Recyclingprogramm ReStart®, das laut Tarkett CO₂-Emissionen und Entsorgungskosten senken soll.

Aber auch unabhängig vom produktspezifischen Inhalt überzeugte der Stand durch seine Architektur. Eine pastellige, einladende Farb- und Materialwelt war eine Wohltat für die Sinne und lud besonders zum Anfassen und Stöbern ein.

Agrob Buchtal: Road to Net Zero

Agrob Buchtal Messestand mit geschwungener weißer Wegelinie auf dunklem Boden, die den 'Road to Net Zero' Claim visualisiert. Offene Architektur mit transparenten Vorhängen und Beratungszonen
Foto: Marek Vogel
Messestand mit 'Reuse the Cover' Motto, weiße Vorhänge und Produktpräsentation in Erdtönen, ergänzt durch grüne Pflanzen und Beratungstische auf der BAU 2025
Foto: Marek Vogel
Agrob Buchtal Messestand mit transparenten Vorhängen und 'Road to Net Zero' Konzept, belebte Messeatmosphäre mit bewegten Besuchern im Vordergrund
Foto: Marek Vogel

Agrob Buchtal setzte auf ein schlichtes, aber wirkungsvolles Konzept: Die geschwungenen Wegelinien mit dem Claim »Road to Net Zero« zogen sich wie ein grüner Faden (im symbolischen Sinne) mit unterschiedlichen Haltepunkten durch den Stand. Die Fliesen und Produkte an den Mustertischen konnten ausgiebig getestet und mitgenommen werden. Give-aways wie Skizzenbücher und Muster hinterließen einen bleibenden Eindruck, ebenso wie die Gastfreundschaft durch Kaffee, Getränke und Snacks.

Der besondere Clou? Agrob Buchtal verzichtete auf einen eigenen Bodenbelag und nutzte den bestehenden Messeboden. Die schwellenlose Verbindung zur Halle machte den Stand offen, und alle Standmaterialien werden im Anschluss wiederverwendet.

Ein kleines Schmankerl: Wir durften den Messestand schon vor der BAU bewundern, da wir mit der Begleitkommunikation auf LinkedIn, Instagram und via E-Mail beauftragt waren. Unser Ansatz dabei: »Nachhaltigkeit kommunizieren, ohne Nachhaltigkeit zu nennen«.

Formani: Galerie der Beschläge

Formani schwarz-weiß geteilter Messestand mit Designergalerie, zeigt Türbeschläge und Klinken wie Kunstwerke an der Wand
Foto: Formani
Formani Messestand auf der BAU 2025: Schwarz-weiß kontrastierendes Design mit Designergalerie und minimalistischer Möblierung, präsentiert Beschläge der Kollektion JOLIE
Foto: Formani

Bin ich auf einer Messe oder in einer Galerie? Diesen Gedanken weckte der Stand von Formani und der Schwesterfirma Jolie Handles, die beide Teil der Luxury Hardware Group sind und für Beschläge im Premiumsegment, Handwerkskunst, Design und Funktionalität stehen. Die klare Zweiteilung (Formani links in Schwarz, Jolie rechts in Weiß) zog sich durch jedes Detail: von den Bilderrahmen über die Sitzgelegenheiten bis hin zu Tischen und Dekoration. Die jeweiligen Designer:innen wurden elegant über ihren Beschlägen und Klinken in Szene gesetzt, wie Kunstwerke in einer Galerie.

Das kommunikative Herzstück? Eine lange, ebenfalls zweigeteilte Tafel, die zum Arbeiten, Ausruhen, Austauschen und Naschen einlud. Dieser zentrale Ort wurde rege genutzt und verlieh dem Stand eine lebendige Atmosphäre: ein ruhespendender Raum im ansonsten eher trubeligen Ambiente der BAU.

Object Carpet: Mehr Sein statt Schein

Object Carpet Messestand auf der BAU 2025 mit minimalistischem Konzept '100% Sustainability, 0% Show'. Schwarz-weiß gestreifte Wandgestaltung mit klarem Statement zur Nachhaltigkeit und einem einzelnen Produktdisplay auf orangefarbenem Kreisdetail.
Foto: OBJECT CARPET

Zu solch einem Messestand gehört eine ordentliche Portion Mut. Die teuren Messequadratmeter sind gebucht, das Jahres-Highlight BAU naht, und Object Carpet? Setzte auf Reduktion. Auf den ersten Blick wirkte die Fläche leer. Doch hinter dem mit schwarzem Klebeband abgeklebten Messestand verbarg sich eine Einladung in den Münchner Showroom. Parallel zur Messe boten Mitarbeitende dort persönliche Gespräche und detaillierte Einblicke in die Produkte.

Unser Fazit: mutig, klar und so noch nicht gesehen. Ein Konzept, das in unsere Top 11 gehört und gleichzeitig ein wichtiges Zeichen setzt: für kreative Lösungen und gegen die Müllberge einer jeden Leitmesse wie der BAU.

Häfele: Gebaute Studie »Dynamic Living«

Häfele 'Dynamic Living' Konzept: kompakte 18-Quadratmeter-Wohnlösung mit Bad, Küche und Wohnbereich
Foto: Häfele, Nagold
Besucher betrachten interaktive Präsentation des Häfele 'Dynamic Living' Konzepts mit digitaler Produktvorführung auf der BAU 2025
Foto: Häfele, Nagold

Wenn ein Messestand nicht ausreicht, bucht Häfele einfach einen zweiten. Und das hat sich gelohnt. Unter dem Namen »Dynamic Living« präsentierte der Randstand das Produktportfolio in einem gebauten Case. Die Frage: Wie können wir auf nur 18 Quadratmetern wohnen? Live-Vorführungen der wandelbaren Tiny-Living-Lösung zogen die Aufmerksamkeit der Besucher:innen an. Wer zufällig vorbeischlenderte, blieb stehen und ließ sich von der Dynamik des Konzepts begeistern.

Und wer noch mehr wissen wollte, konnte den Hauptstand besuchen. Eines steht fest: Die Funktionalität der eigenen Produkte so praxisnah in einer echten Einbausituation zu demonstrieren, ist kaum zu toppen.

WIEHAG: Reduktion mit Struktur

WIEHAG Holzkonstruktion mit aufgerissener Ecke als Eingangsbereich, integrierte Bildergalerie mit Referenzprojekten in dreieckiger Anordnung
Foto: WIEHAG Timber Construction

Ein Ansatz, den wir in Strategieprojekten für Bauprodukthersteller häufig empfehlen: Referenzen für sich sprechen lassen. Und genau das machte WIEHAG. Der Messestand, aus eigenen Materialien gebaut, bestach durch Schlichtheit und klare Linien und zeigte ausschließlich Referenzen. Die tragende Holzkonstruktion rahmte großformatige Projekte ein und setzte einen klaren Fokus auf das Wesentliche: die Kommunikation durch realisierte Bauvorhaben.

Was besonders gefiel: Wie eine aufgerissene Ecke öffnete sich der Stand zum Messepublikum.  Dabei wurde nicht nur die Holzbalkenkonstruktion in den Laufwegen sichtbar, sondern das Innere des Standes wie eine leuchtende Schatzkiste betont.

Stora Enso: Großes im Kleinen zeigen

Stora Enso Messestand auf der BAU 2025 mit minimalistischem Design in Weiß und Holz, zeigt technische Illustrationen an der Wand und Holzkonstruktionen als Exponate, ergänzt durch einen Barbereich mit hellen Holzstühlen.
Foto: Julia Mohren (Shytsee)
Minimalistischer Stora Enso Messestand auf der BAU 2025 mit klarer Raumaufteilung, technischen Produktvisualisierungen und Beratungszonen in Holz und Weiß
Foto: Julia Mohren (Shytsee)
Detailaufnahme einer Produktübergabe am Stora Enso Stand: technische Dokumentation zur hydrophoben Beschichtung Sylva
Foto: Julia Mohren (Shytsee)

Stora Enso setzte auf einen Messestand, der Architektur und Material kombinierte. Die eigenen Produkte und Systeme wurden direkt in die Standarchitektur integriert, was sowohl außen als auch innen überzeugte. Feine Details, wie die Präsentation des Systems durch kleine Architekturmodelle, zogen Architekt:innen besonders an. Auch die begleitenden Unterlagen und Flyer überzeugten mit einer hohen (Informations-)Qualität.

Besonders erwähnenswert? Der Stand wurde von der BAU 2023 wiederverwendet, zwar mit neuen Exponaten, aber in identischer Architektur. Das wirkte keineswegs langweilig oder monoton, sondern betonte die Wiedererkennbarkeit und zeigte, dass sich ein Stand gut wiederverwenden lässt.

Lindner: Ein Statement in Rot

Lindner Group Messestand in kräftigem Rot gehalten mit LED-Streifen und Streckmetall, präsentiert 'Future of Construction' Konzept
Foto: lindner-group.com
Lindner Group Messestand auf der BAU 2025: markante rote LED-Beleuchtung und Streckmetall-Architektur mit 'Future of Construction' Claim, gut besuchter Beratungsbereich
Foto: lindner-group.com

Mit einem klaren Fokus auf die »Future of Construction« zeigte die Lindner Group einen Messestand, der die Themen Circular. Collaborative. Digital. in Szene setzte. Der in kräftigem Rot gehaltene Messestand entwickelte durch beleuchtete LED-Streifen im oberen Bereich des Streckmetalls eine Strahlkraft, die schon aus der Ferne sichtbar war. Die durchgängige Farbgebung (von Streckmetall über Mobiliar und Leuchten bis zum Bodenbelag) verlieh dem Stand eine stimmige Ästhetik.

Übrigens kam der Stand in seiner Grundstruktur nicht zum ersten Mal zum Einsatz: Ursprünglich wurde er gemeinsam mit dem dänischen Hersteller von Textilbodenbelägen Ege Carpets auf der ORGATEC 2024 realisiert. Auf der BAU 2025 lag der Fokus jedoch auf zirkulären Produkten für Boden, Wand, Decke und zirkulären Geschäftsmodellen. Und wer über berufliche Weiterentwicklung und Neuorientierung sprechen wollte, war bei Lindner ebenfalls an der richtigen Adresse.

Orama: Scheinbar schwerelos

Orama transluzenter Messestand mit schwebender Installation des Firmennamens, minimalistische Produktpräsentation von rahmenlosen Fenster- und Türsystemen
Foto: Orama
Messestand von Orama Minimal Frames auf der BAU 2025 mit schwebenden, transluzenten Paneelen über einer weißen Standfläche, davor Besucher:innen in Bewegung
Foto: Orama

Der von der Role Play Agency konzipierte Messestand von Orama Minimal Frames war ein visuelles Highlight auf der BAU. Mit einer Konstruktion aus transluzenten Paneelen und schwebenden Elementen zeigte Orama, wie Produkte scheinbar schwerelos in Szene gesetzt werden können, während sie gleichzeitig die minimalistische Ästhetik der rahmenlosen Fenster- und Türsysteme widerspiegelten. Der offene und einladende Aufbau sorgte für einen fließenden Übergang zwischen den einzelnen Bereichen und zog die Besucher:innen durch subtil beleuchtete Flächen förmlich in den Stand hinein.

Das Design war eine Hommage an die Reduktion, mit einem besonderen Highlight: Schwarze Jutebeutel als Give-aways, die geschickt in die Standarchitektur integriert wurden. Sie wirkten wie ein lebendiger Teil des Designs, das sich durch die Eingriffe der Besucher:innen stetig wandelte.

Westag: Türöffner für Architekt:innen

Westag offener Ausstellungsbereich mit verschiedenfarbigen Wandelementen und integrierten Türmustern, schwarze Stühle in Reihe angeordnet
Foto: Annika Feuss
Westag Türenausstellung auf der BAU 2025: monochrome Terrakotta-Inszenierung mit flächenbündigen Türen und minimalistischer Möblierung
Foto: Annika Feuss

Westag hatte es bereits vor wenigen Wochen mit seinem Messestand auf der BAU 2023 als Best Case in unseren Praxis-Guide geschafft. Nun folgt bereits der nächste Eintrag auf unserer »sehr gut gemacht«-Liste: Denn auch in diesem Jahr überzeugt der Messestand durch seine einladende Architektur. Raumbildende Elemente setzten die Türen bestens in Szene und kommunikative Zwischenzonen schafften viel Raum für Dialog.

Übrigens: Der gesamte Stand wird im Showroom am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück als permanente Ausstellung weiterverwendet. Materialien, Produkte und Exponate werden so an einem anderen Ort weitergenutzt.

mods: Zurückhaltende Raffinesse

MODS Messestand mit modularen Sanitärboxen in Cremeweiß, kontrastiert mit portugiesischen Fliesen und laborähnlichen Lichtkästen
Foto: dstgroup
MODS Sanitärbox auf der BAU 2025: Badezimmer mit ornamentalen Fliesen in Beige und Weiß, moderne Sanitärobjekte in minimalistischem Design
Foto: dstgroup
MODS Sanitärbox: minimalistisches Waschbecken umgeben von grün glasierten Wandfliesen mit stimmungsvoller LED-Beleuchtung
Foto: dstgroup

Der Messestand von mods überzeugte uns auf der BAU mit einem minimalistischen Standdesign, das auf den zweiten Blick seine ganze Raffinesse offenbarte. Die cremeweiße Außenhülle der modularen Sanitärboxen kontrastierte mit kunstvoll gefertigten portugiesischen Fliesen im Inneren.

Dabei spiegelte jedes Detail die hohe Gestaltungsqualität wider: ausgewählte Sanitärobjekte, eigens angefertigte Möblierung und elegante, laborähnliche Lichtkästen. Die filigrane Metallkonstruktion symbolisierte die Gebäudestruktur und machte das modulare System unmittelbar verständlich. Als Marke, die im High-End-Architekturbereich angesiedelt ist, strahlte mods eine Haltung aus, die besonders Architekt:innen ansprach: subtil, aber überzeugend.

Von Top 11 zu Top 14: Drei besondere Erwähnungen

Drei Messestandansichten: Links orangefarbener OBO Bettermann Stand, mittig grauer Etex Stand mit Materialstapeln, rechts bunter Keil Stand mit Werkbänken
Fotos: OBO Bettermann (links), Dennis Neuschäfer-Rube (Mitte), Keil (rechts)

Neben unseren Top 11 möchten wir drei weitere Messestände hervorheben, die aus gutem Grund nicht in die Liste aufgenommen wurden: OBO Bettermann und Etex, deren Konzepte wir selbst entwickelt haben und somit außerhalb der Wertung laufen sowie das Unternehmen Keil, das sich primär auf eine andere Zielgruppe fokussierte. Alle drei bieten Ansätze, die zeigen, was einen gelungenen Messeauftritt ausmacht: Viel Haptik, wenig Chichi und genügend Raum für Austausch.

Klarheit durch Material und Raum bei Etex und OBO

  • Beide Standkonzepte setzen auf das Wesentliche: das Produkt. Der Etex-Stand bestand hauptsächlich aus gestapelten Materialien der Tochterfirmen Equitone, Eternit und Cedral, aus denen Tische und Exponate entstanden sind. Offene, niedrige Elemente schufen eine Oase in der dichten Messehalle.
  • OBO Bettermann setzte dagegen auf eine klare Struktur: Die beiden »Häuser im Haus« bieten wortwörtlich ein Dach über dem Kopf und setzten die neue OBO Blackline in Szene.

Erfolgsfaktor: Messepersonal

  • Beide Firmen haben eins gemeinsam: Die Messe kann noch so gut sein, ohne das richtige Standpersonal verliert selbst der beste Auftritt an Wirkung. Die Schulung der Teams ist daher das A&O. Für OBO Bettermann gab es sogar von uns eine Last-Minute-Schulung kurz vor dem Start der BAU, um das Vertriebspersonal auf die Zielgruppe vorzubereiten.

Handwerk trifft auf Design

  • Last but not least: Der Messestand von Keil überzeugte durch eine klare Fokussierung auf Verarbeiter:innen. Werkbänke und durchdachte Details, die optimal auf die Zielgruppe abgestimmt waren, wurden in einer ästhetisch ansprechenden Gestaltung umgesetzt. Besonders positiv fiel die Markenpräsentation auf: locker, klar, professionell und gleichzeitig mit spürbarem Spaß am Handwerk und an durchdachten Detaillösungen.

Fazit: Zielgruppenansprache im Fokus

Die klare Ausrichtung auf eine gute Zielgruppenansprache war ein prägendes Thema der BAU 2025. Ebenso erfreulich: Nachhaltigkeit wurde stärker als selbstverständlicher Bestandteil integriert, statt inszeniert zu wirken. Oberflächliche »Green Claims« oder Greenwashing traten in den Hintergrund, während Glaubwürdigkeit und Transparenz dominierten.

Auch wenn nicht jeder Stand gleichermaßen überzeugen konnte, zeigte sich ein Wandel in der Kommunikation vieler Ausstellenden: weg von Standardlösungen, hin zu mehr Relevanz für die Planungswelt. Für uns steht fest: Die BAU bleibt ein Ort, der einen Besuch wert ist. Und wir sind gespannt, wie sich die Messelandschaft bis 2027 weiterentwickelt.

Häufige Fragen zum Artikel

Wie viel Budget sollte man für einen reduzierten, aber wirkungsvollen Messestand auf der BAU einplanen?

Ein reduziertes Standkonzept bedeutet nicht automatisch weniger Budget. Was ihr bei Fläche und Standbau spart, fließt idealerweise in die Qualität der Materialien, durchdachte Referenzkommunikation und vor allem in die Schulung des Standpersonals. Entscheidend ist, dass das Konzept zur Markenpositionierung passt und nicht als Sparmaßnahme wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt das Standpersonal konkret für den Messeerfolg bei Architekt:innen und Fachplaner:innen?

Planungsbüros erwarten fachliche Gespräche auf Augenhöhe, keine Verkaufspitches. Das Standpersonal muss Referenzprojekte kennen, technische Details erklären und die spezifischen Anforderungen im Planungsprozess verstehen. Ohne Vorbereitung auf diese Zielgruppe verpufft selbst das beste Standkonzept. Ein vorbereitetes Briefing mit typischen Fragen und Gesprächsleitfäden aus der Planungspraxis ist das Minimum.

Wie lässt sich Nachhaltigkeit am Messestand glaubwürdig kommunizieren, ohne in Greenwashing abzurutschen?

Der wirkungsvollste Weg ist, Nachhaltigkeit im Standbau selbst sichtbar zu machen, etwa durch Wiederverwendung von Standmaterialien, Verzicht auf unnötige Bodenbeläge oder den Einsatz eigener Produkte in der Standkonstruktion. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen konkret und nachprüfbar sind. Mehrere Stände auf der BAU 2025 haben dafür Beispiele gezeigt, ohne das Wort »Nachhaltigkeit« inflationär zu verwenden.

Lohnt sich ein unkonventionelles Messekonzept wie das von Object Carpet auch für kleinere Bauprodukthersteller?

Ein solches Konzept funktioniert nur, wenn es strategisch eingebettet ist und eine Alternative zum klassischen Messebesuch bietet, etwa einen Showroom-Besuch oder ein exklusives Event. Für kleinere Hersteller ohne lokale Präsenz am Messestandort ist das Risiko hoch, Besucher:innen komplett zu verlieren. Die bessere Option: einen kleinen Stand konsequent auf Dialog und Referenzen ausrichten, statt auf Fläche und Inszenierung zu setzen.

Welche konkreten Elemente am Messestand ziehen Architekt:innen erfahrungsgemäß am stärksten an?

Haptische Materialerlebnisse, Materialmuster zum Mitnehmen und gut aufbereitete Referenzprojekte sind die stärksten Magneten. Architekt:innen wollen Produkte anfassen, in realen Einbausituationen sehen und fachliche Details erfahren. Kleine Architekturmodelle oder Live-Vorführungen schaffen genau diese Anknüpfungspunkte, die im Nachgang zu Spezifikationen führen können.

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