Kugelschreiber, Jutebeutel, Notizblock: Wie viel Marketing-Budget fließt jährlich in Give-aways, die am Ende doch nur in der Büroschublade landen? Wir haben (Innen-)Architekt:innen gefragt, was wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Antwort ist überraschend und zeigt, warum die beste Marketing-Maßnahme oft kein Werbegeschenk, sondern ein Erlebnis ist.
Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem Praxis-Guide »Messe heute – Messe morgen«. Der Guide bündelt Erkenntnisse aus 16 Tiefeninterviews mit Branchenvertreter:innen und einer quantitativen Studie unter 126 (Innen-)Architekt:innen. Ziel ist es, Bauproduktherstellern konkrete Tipps und Strategien an die Hand zu geben, um Messeauftritte wirksamer zu gestalten.
Jutebeutel, Kugelschreiber und orangefarbene Tassen zieren wohl jedes (Innen-)Architekturbüro. Aber hinterlassen sie wirklich den bleibenden Eindruck, den ihr euch erhofft? Die meisten Werbeartikel schreien förmlich »günstig produziert« und werden eher mit Massenware als mit Wertigkeit assoziiert. Doch in welche Marketing-Maßnahmen solltet ihr stattdessen Budget, Zeit und Energie stecken, um bei eurer Zielgruppe ein zufriedenes Lächeln herauszukitzeln?
Die Baustelle in die Halle holen
Unsere Gespräche im Rahmen des Praxis-Guides »Messe heute – Messe morgen« haben gezeigt, dass viele (Innen-)Architekt:innen es schätzen, wenn Produkte und Materialien in Aktion erlebt werden können. Anschauliche und praxisnahe Produktvorführungen, die reale Anwendungsfälle demonstrieren, sind hoch im Kurs. Wichtig dabei: Die Vorführungen sollten kurz und knackig sein und keine 30 Minuten dauern. Und wenn ihr eine zufriedene Zielgruppe sehen wollt und es die Arbeitssicherheit zulässt: Lasst die Besucher:innen selbst mit anfassen, gemäß dem Motto: Was durch die Hand geht, bleibt im Kopf.
Geführte Touren als Service
Klar, große Messen bieten schon Führungen an. Aber warum macht ihr es nicht einfach selbst? Eigene Führungen am Stand und gerne auch über den eigenen hinaus mögen Architekt:innen besonders. Sucht euch Kooperationspartner, mit denen ihr gemeinsam Touren anbieten könnt. So gönnt ihr den Besuchenden ein individuelles Messeerlebnis, das im Idealfall projektbezogen und nach Schwerpunktthemen strukturiert ist.
Ist kein Give-away besser als irgendein Give-away?
Wir sagen es klar: Klassische Werbegeschenke wie gebrandete Kugelschreiber oder mit Logos bedruckte Tassen sind oft rausgeschmissenes Geld. (Innen-)Architekt:innen schätzen vielmehr Dinge, die praktisch oder besonders kreativ sind. Die schlechte Nachricht? Eine eindeutige Antwort auf das optimale Give-away gab es in den Gesprächen nicht, aber ein Tipp fiel mehrfach: Etwas Essbares kommt immer gut an. Natürlich bleibt das Give-away als solches dann nicht lange präsent, aber die Marke könnte durch diesen Genussmoment im Gedächtnis bleiben. Oder wie wäre es mit etwas Lippenpflege, Desinfektionsgel oder Handcreme? Kaum ein Drogerie-Utensil ist auf Messen so hoch im Kurs wie diese drei.
Klassische Broschüre nein, Origami ja?
Druckprodukt oder nicht? Die Antwort: Es kommt darauf an. Umfangreiche Werbebroschüren haben meist ausgedient, und die digitale Alternative gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch Drucksachen können immer noch überzeugen, wenn sie es schaffen zu überraschen. Ob mit einer raffinierten Pop-up-Falttechnik, einem Samenpapier zum Einpflanzen oder einer minimalistischen Übersicht der Neuheiten im Postkartenformat. Überlegt euch: Was wäre für euch als Besucher:innen selbst attraktiv und wie viel und vor allem was würdet ihr während eines Messetags tatsächlich mit euch herumtragen wollen?
Pssst, hier folgt ein kleines Kommunikations-1x1
Liebes Marketing-Team, sprecht regelmäßig mit dem Vertrieb. Sie haben den Draht zur Zielgruppe und wissen, welche Informationen benötigt werden. Und da kommt ihr ins Spiel: Ihr bereitet diese Informationen so auf, dass sie im Gespräch funktionieren.
Liebes Vertriebs-Team, denkt daran, wie wichtig eure Rückmeldungen fürs Marketing sind. Ihr habt den direkten Draht zur Zielgruppe und das Ohr am Markt und könnt am besten sagen, welche Kommunikationsmaterialien euch im Gespräch unterstützen.
Unsere jahrelange Erfahrung in der Strategieberatung hat uns gezeigt: Die Schnittstelle zwischen Marketing und Vertrieb wird oft stiefmütterlich behandelt. Sorgt dafür, dass hier kein Informationsverlust entsteht. Es wird sich lohnen.
Wusstet ihr, dass …
- über 50 % der befragten (Innen-)Architekt:innen Give-aways wie Kugelschreiber und Flyer als überflüssig ansehen
- interaktive Produktvorführungen als eine der besten Methoden zur Produktpräsentation bewertet werden
- geführte Touren, die auf aktuelle Projekte der Teilnehmenden abgestimmt sind, das Nonplusultra sind
Kleine Inspiration für Give-aways, die es auf unsere Schreibtische geschafft haben




Weitere Insights findet ihr in unserem Praxis-Guide »Messe heute – Messe morgen«.